POWER NIGHTS: Being Mothers

20. März – 31. Juli 2022

Die Ausstellung erreicht am Samstag, den 30. April, mit einem ganztägigen Programm aus Live-Kunstwerken seinen Höhepunkt. Wir hoffen, Sie können dabei sein! Mehr infos.

Cooking Sections, 2018. Mit freundlicher Genehmigung: die Künstler. Foto: Lourdes Cabrera.
Cooking Sections
Grundbrot, 2022
Ein Rezept für Böden und Därme
Roggenvollkorn, Weizenvollkorn, Dinkelvollkorn, Sonnenblumenkerne, Buchweizen, Hafer, Senfkörner, Honig, Meersalz, Starter, Wasser
TRAFO
 
Cooking Sections haben für POWER NIGHTS: Being Mothers, ein ortsabhängiges Brot entwickelt, um die Beziehung des Menschen und der Menschen zum Boden neu zu gestalten. Grundbrot setzt das Langzeitprojekt CLIMAVORE fort, das sich mit der Frage beschäftigt, wie wir uns ernähren können, während der Mensch das Klima verändert. Das Rezept richtet sich gegen die Erschöpfung der Böden nach jahrzehntelanger intensiver Düngung und Agrochemie, und soll uns dazu bewegen, die biologische Vielfalt der Bodenlebewesen in Brandenburg und im E-WERK Luckenwalde zu verbessern. Grundbrot wird für die Besucher*innen der POWER NIGHTS jeden Samstag während der Ausstellung und danach während der Öffnungszeiten von TRAFO, der kohlenstoffarmen Outdoor-Bar und -Küche des E-WERK, erhältlich sein.
 
Die Zutaten für die Rezeptur stammen aus der historischen Mühle Steinmeyer in Luckenwalde und wurden im Austausch mit lokalen Initiativen und dem regenerativen Landwirtschaftsbetrieb Gut & Bösel in Alt Madlitz, Brandenburg, entwickelt. Die Rezeptur, die sowohl den Boden als auch den Menschen ernähren soll, wird entsprechend den ökologischen Entwicklungen in der Region ständig überprüft. Es soll als Prototyp für andere Kultureinrichtungen in Berlin und Brandenburg dienen, die klimafreundliches Essen in ihren öffentlichen Cafés und Restaurants anbieten wollen.
 
Grundbrot stellt die Frage, wie Menüs in Kultureinrichtungen einen ökologischen Diskurs anregen und landwirtschaftliche Transformationsmaßnahmen als Reaktion auf die Klimakrise inspirieren können. Es ist ein Vorschlag für alternative ökologische und ökonomische Modelle für den Kultursektor, die lokale Teilnehmer*innen aktivieren und so einen Wandel auf breiterer und vielfältigerer Ebene anregen sollen.
 
Darüber hinaus wird ein öffentlicher Workshop im E-WERK einen Dialog mit landwirtschaftlichen Betrieben in ganz Brandenburg darüber eröffnen, wie der übermäßige Einsatz von synthetischen Düngemitteln, einer deutschen Erfindung, die auf das Haber-Bosch-Verfahren zurückgeht, überdacht werden kann.
 
Die Arbeit von Cooking Sections konzentriert sich auf die Ursachen und Auswirkungen der Klimakrise, insbesondere in Bezug auf die globale Nahrungsmittelproduktion. Ihre umfangreichen Forschungen haben zu zahlreichen Kooperationen mit Museen, Restaurants und regenerativen Landwirten in ganz Europa und darüber hinaus geführt. Ihre Projekte hinterfragen, was es bedeutet, kaputte Systeme "wiederherzustellen". In Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen, Köchen*innen, Landwirten*innen, politischen Entscheidungsträger*innen und Fachleuten verschiedener anderer Disziplinen schlägt CLIMAVORE eine anpassungsfähige, regenerative Form des Essens vor - eine Veränderung der Ökonomie und Ökologie der Art und Weise, wie wir Lebensmittel konsumieren, mit ihnen interagieren und sie produzieren, hin zu ökologischem Wohlergehen für Menschen und Nicht-Menschen gleichermaßen.
Grundbrot ist Teil des ehrgeizigen standortübergreifenden Projekts CLIMAVORE von Cooking Sections, das sich von der Pazifikküste bis zum Persischen Golf erstreckt. Dies ist der erste Schritt für das E-WERK Luckenwalde, als eine der ersten Kultureinrichtungen in Deutschland, CLIMAVORE zu werden.
 
 
Über Cooking Sections

Cooking Sections ist ein in London ansässiges Duo, das die Systeme untersucht, die die Welt durch Essen organisieren. Mit ortsbezogenen Installationen, Performances und Videos erkunden sie die sich überschneidenden Grenzen zwischen Kunst, Architektur, Ökologie und Geopolitik. Die 2013 von Daniel Fernández Pascual und Alon Schwabe gegründeten Künstler nutzen Lebensmittel als Objektiv und Werkzeug, um Landschaften im Wandel zu beobachten.


Ausgewählte Ausstellungen

Die Arbeiten von Cooking Sections wurden in der Tate Britain, im SALT Beyoğlu, Istanbul, auf der 12. Taipeh Biennale, der 58. Venedig Biennale und im U.S. Venedig Biennale 2014; 13. Shanghai Biennale; 2019 Los Angeles Public Art Triennial; 2019 Sharjah Architecture Triennial und 13. Sharjah Biennale; Performa17; Manifesta12, Palermo; Atlas Arts, Skye; Lafayette Anticipations, Paris; Arthur Ross Architecture Gallery, Columbia University New York; Serpentine Galleries; Grand Union; Atlas Arts, Skye; Storefront for Art & Architecture New York; New Geographies; und HKW unter anderem. Ihr neuestes Buch Salmon: A Red Herring wird von isolarii (2020) anlässlich der gleichnamigen Art Now-Ausstellung in der Tate Britain veröffentlicht. Cooking Sections wurden für den Turner Prize 2021 nominiert.