the long sleep of amber

Peles Empire

E-WERK Flag Commission 2021

Ausstellung

1. Mai bis 18 Juli 2021

E-WERK Luckenwalde Turbinenhalle und Eingang

 

Für das E-WERK Luckenwalde hat das Künstlerinnenduo Peles Empire eine großflächige Installation für die historischen Fahnenmasten des Gebäudes und die imposante Turbinenhalle realisiert und dafür Materialien wie Jesmonit, Kohleasche, Keramik, Fotografie und Textilien verwendet. Diese Arbeit verbindet die materielle Geschichte des Kraftwerks mit zeitgenössischen Prozessen in einer angemessenen Würdigung der Transformation des E-WERKs von einem Relikt des fossilen Zeitalters in ein gegenwärtiges ökologisches Kraftwerk. Peles Empire hat mehrere große Jesmonittafeln mit Proben von Restkohlestaub aus den Kraftwerksöfen gegossen, um dauerhafte Archivtafeln der Geschichte des E-WERKs zu erstellen. Diese Tafeln werden neben mehreren großformatigen keramischen Arbeiten präsentiert, die auf Zeichnungen von frühen Experimenten mit Elektrizität aus der Antike und Mythologie basieren. Die keramischen Arbeiten wurden in einem dreitägigen Grubenbrand-Verfahren auf dem Grundstück des E-WERKs und im Kunststrom-Holzhackschnitzelofen von Performance Electrics gebrannt, der seit 2019 das gesamte Gebäude, das zeitgenössische Kunstprogramm mit erneuerbarem Strom versorgt und in das nationale Stromnetz einspeist. Die Fahnen werden diese Einflüsse abstrahieren und Bilder von frühen Experimenten mit Elektrizität, technische Entwürfe aus dem E-WERK Archiv und Fotografien vom Grubenbrand zu einer öffentlichen Outdoor-Textilarbeit kombinieren. Peles Empire haben natürliche Elemente des Kraftwerks, vom Kohlenstoff bis zur Wärme, über die kontingenten Prozesse der Keramik und des Gießens entropisch eingekapselt, um auf die flüchtige Prekarität von Zeit, Geschichte und sozialer Innovation hinzuweisen.

Die Ausstellung wird kuratiert von Helen Turner (Künstlerische Ko-Leiterin und Chef-Kuratorin, E-WERK Luckenwalde) und Adriana Tranca (Assistenz-Kuratorin, E-WERK Luckenwalde).

Über Peles Empire

Peles Empire leben und arbeiten in Berlin und haben ihren Namen vom Schloss Peleș, einer Sommerresidenz, die Ende des 19. Jahrhunderts für König Carol I. in den rumänischen Karpaten gebaut wurde. In ihren Arbeiten erforschen Peles Empire das Potenzial von Simulakren, Kopien, Originalen und Reproduktionen - und verschieben damit Prozesse zu abstrakten Perspektiven. Ihre Arbeiten wurden zuletzt im Künstlerhaus Graz, der Art Encounters Biennale (Timișoara), der Scottish National Gallery of Modern Art (Modern One), Edinburgh, dem Kunstverein Hannover und den Skulptur Projekten Münster gezeigt.

www.pelesempire.com

Für die jährliche Fahnen-Auftragsarbeit wurde Peles Empire eingeladen, eine Arbeit als Antwort auf die historischen Fahnenmasten des Gebäudes am Eingang des E-WERK Luckenwalde zu produzieren. Die jährliche Fahnen-Auftragsarbeit richtet sich an Künstler*innen oder ein Kollektiv, um eine Außeninstallation zu kreieren, die von den drei Fahnenmasten vor dem beeindruckenden Eingang des Gebäudes inspiriert ist und dort aufgestellt werden soll.

Als Outdoor-Auftrag werden die Fahnen bis Dezember 2021 für die Öffentlichkeit sichtbar sein, wenn sie durch die Stadt Luckenwalde gehen, fahren oder radeln. Die erste Fahnen-Auftragsarbeit des E-WERK Luckenwalde wurde von der Künstlerin Lucy Joyce gestaltet.