Asad Raza: Electricity
12. September 2026 – 25. April 2027

Eröffnung
Führungs- und Musikprogramm
12. September 2026, 16:00 – 22:00 Uhr

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Öffnungszeiten
Samstag und Sonntag, 13:00 – 18:00 Uhr
Führungen auf Deutsch (13:15 & 15:15) und Englisch (14:15 & 16:15)

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Image from Asad Raza, Array series, from Pina Magazine #1. Design: Lorenz Klingebiel & Jan Münz

ÜBER DIE AUSSTELLUNG

Lange bevor Strom erzeugt wurde, wurde er bereits geleitet. Die Erde wird ständig von Strömen durchzogen, die älter sind als unsere Stromnetze und diese übersteigen. Sonnenstrahlung, atmosphärische Ladung, fließendes Wasser, Wurzeln, Nerven und Stromnetze übertragen jeweils Umwandlungen von einem Körper zum anderen.

Leitfähigkeit beschränkt sich nicht auf Metalle oder Maschinen. Sie beschreibt die allgemeine Fähigkeit, etwas aufzunehmen, zu verwandeln und weiterzugeben. Ein Leiter ist nie einfach nur ein Objekt. Er besteht durch das, was über ihn hinweg fließt.

Für seine Ausstellung “Electricity” reagiert Asad Raza direkt auf den Kontext des E-WERK Luckenwalde als durch den Künstler Pablo Wendel reaktiviertes Kraftwerk und betrachtet Strom nicht als unsichtbare Selbstverständlichkeit oder technologische Errungenschaft, sondern als etwas Irdisches, Seinshaftes und Erhabenes.

Besucher*innen durchqueren das Gelände in kleinen Gruppen, die von einem Conductor geführt werden. Dessen Aufgabe ist es, die Aufmerksamkeit durch eine Abfolge von Begegnungen zu lenken. Elektrostatische Maschinen, Bewegtbild, Klang, Vibration, Salzwasser, Bernstein, Holzkohle, Asche, Holz, Pflanzen und lebendige Aktionen treten als vorübergehende Leiter in Erscheinung. Jedes dieser Elemente nimmt Kräfte auf und überträgt sie nach ihren eigenen materiellen Eigenschaften. Statt Strom zu veranschaulichen, richtet die Ausstellung den Blick auf die Materialien und Beziehungen, durch die er wahrnehmbar wird.

Als zusammenhängende Dramaturgie angelegt und nicht als Sammlung einzelner Installationen, bezieht die Ausstellung auch Werke von Tino Sehgal und Sung Tieu mit ein. Diese Beiträge treten in das von ihnen entwickelte Netzwerk von Übertragungen ein und erweitern die Erkundung dessen, wie Bewegung, Aufmerksamkeit und Austausch zwischen Körpern zirkulieren. Im E-WERK Luckenwalde, wo während der gesamten Ausstellungsdauer weiterhin Strom erzeugt wird, wird das Kraftwerk zu mehr als nur einem Ort der Produktion. Es wird zu einem Ort, an dem die unsichtbaren Übergänge, die unsere Wirklichkeit unablässig zusammensetzen, sinnlich erfahrbar werden.

 

RAHMENPROGRAMM

Ein umfangreiches Programm aus Performances, Filmvorführungen und Gesprächen begleitet die Ausstellung über ihre gesamte Laufzeit.

Eröffnungsprogramm
12. September 16:00 – 22:00 Uhr

Mit mehreren Führungen durch die Kurator*innen sowie einer Performance der multidisziplinären Künstlerin Tati au Miel und einem DJ-Set von Rafay Rashid.

Tati au Miel. Bild: Alyssa Soares

Filmprogramm
Die Ausstellung wird von einem rotierenden Filmprogramm begleitet, das sich in drei aufeinanderfolgenden Kapiteln entfaltet: Electric Sublime, Electric Power und Electric Earth. Zu sehen sind Werke von Ana Mendieta, Doug Aitken, Raven Chacon, Harun Farocki, P. Staff, Cecilia Bengolea, Rachel Rose und Saodat Ismailova. Jede Edition bringt drei Filmarbeiten zusammen, die im Verlauf der Ausstellung wechseln und die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Erscheinungsformen von Elektrizität und Energie vertiefen. Das Programm bewegt sich zwischen dem Irdischen und dem Technologischen, dem Phänomenalen und dem Unheimlichen, dem Intimen und dem Erhabenen und betrachtet Energie sowohl als materielle, irdische Kraft als auch als ontologische Erfahrung.

Image credit: Rachel Rose, still from Everything and More, 2015. Courtesy of the artist, Gladstone Gallery, New York, Brussels, and Seoul, and Pilar Corrias Gallery, London. / Design: Lorenz Klingebiel & Jan Münz

Electric Sublime  
12. September – 15. November 2026

Melted into the Sun, Saodat Ismailova, 2024
Lightning Dance, Cecilia Bengolea, 2018
Everything and More, Rachel Rose, 2015

Electric Sublime führt Energie zurück in die Bereiche des Magischen, des Staunens, des Mystischen und des Erhabenen. Dieses Kapitel erforscht Momente, in denen Energie die Wahrnehmung überwältigt und die Grenzen zwischen Körper, Technologie und Kosmos auflöst, um Gefühle des Unbekannten hervorzurufen. Cecilia Bengolea nähert sich Elektrizität über Bewegung, Rhythmus und den Körper, wobei irdische Energie zu einer gemeinsamen ekstatischen Kraft wird. Rachel Rose evoziert veränderte Bewusstseinszustände und taucht die Betrachter:innen in eine Welt, in der menschliche Wahrnehmung auf gewaltige kosmische Energiekräfte trifft. Saodat Ismailova wendet sich ancestralen und spirituellen Dimensionen zu, in denen Elektrizität mit Erinnerung, Landschaft und unsichtbaren, der Erde zugehörigen Kräften verwoben ist. Gemeinsam betrachten die Werke Energie als mysteriös, transformativ und erhaben.

Image credit: Harun Farocki, still from Gegen-Musik (Counter-Music), 2004. Courtesy of Harun Farocki GbR / Design: Lorenz Klingebiel & Jan Münz

Electric Power  
21. November 2026 – 14. Februar 2027

On Venus, P. Staff, 2019
Gegen-Musik, Harun Farocki, 2004

Electric Power untersucht, wie sich Energie im letzten Jahrhundert in Systemen von Technologie, Infrastruktur und Biopolitik manifestiert hat und dabei Systeme der Extraktion, Unterdrückung und Dominanz über die mehr-als-menschliche Energiewelt geschaffen hat. Es betrachtet Technologien und Infrastrukturen, die vom häuslichen Raum über die automatisierte Stadt bis hin zu industriellen Produktionssystemen reichen. Harun Farocki legt die von Elektrizität abhängigen technologischen Systeme offen, die die Zirkulation von Menschen, Gütern und Informationen organisieren. P. Staff verfolgt Energie durch menschliche und mehr-als-menschliche Körper und hinterfragt die gewaltvollen, zugleich alltäglichen Produktionssysteme, die das zeitgenössische Leben stützen.

 

Image credit: Doug Aitken, still from electric earth, 1999. Courtesy the artist; 303 Gallery, New York; Galerie Eva Presenhuber, Zurich; Victoria Miro, London; Regen Projects, Los Angeles. Copyright Doug Aitken./ Design: Lorenz Klingebiel & Jan Münz

Electric Earth
20. Februar – 25. April 2027

Maneuvering the Apostles, Raven Chacon, 2024
Energy Charge, Ana Mendieta, 1975
Electric Earth, Doug Aitken, 1999

Lange bevor Elektrizität erzeugt, industrialisiert und kommerzialisiert wurde, gehörte Energie dem Bernstein, der Erde: sie durchzuckte Stürme, reiste unter der Haut, beseelte Körper und verband sie mit Landschaften. Die Filme in Electric Earth nähern sich Energie als einer urtümlichen Kraft, die durch Körper, Ökologien und Materie strömt. Ana Mendieta versteht den Körper als untrennbar von der Erde, pulsierend mit Energie, die planetaren Flüssen und geologischen Formationen ähnelt. Doug Aitken zeigt Energie als einen rastlosen Zustand in uns, der durch den Hyperkapitalismus unsichtbar gemacht wurde, während Raven Chacon den Missbrauch heiliger Vibrationen indigener Länder im Streben nach energetischem Fortschritt offenlegt.

 

Stadttheater Luckenwalde. Bild: Peter Migulla

Smoke and Fire and Electricity
Film- und Musik-Marathon
Stadttheater Luckenwalde, Grünstraße 14, 14943 Luckenwalde
16. Oktober 12:00 – 24:00 Uhr


Am Freitag, dem 16. Oktober 2026, präsentiert E-WERK Luckenwalde Smoke and Fire and Electricity im Stadttheater Luckenwalde parallel zur Ausstellung Electricity von Asad Raza. Das Programm würdigt das Vermächtnis von David Lynch und seine wiederkehrende, hingebungsvolle Erkundung von Elektrizität – als filmisches Motiv, als Naturphänomen, als Sprache des Unbewussten.

Ausgewählte Filme von David Lynch, darunter Twin Peaks: Fire Walk With Me (1992), Lost Highway (1997) und Inland Empire (2006), bilden den Kern des Abends und entfalten sich in der unheimlichen, unverkennbar lynchianischen architektonischen Intensität des Stadttheaters. Das Programm wird durch musikalische und performative Zwischenspiele unterbrochen, die das kinematografische Erlebnis in den Live-Raum erweitern.

Olga Hohmann mit Yannik Wittmann erweitert die abendliche Erkundung des Elektrischen und Unheimlichen durch eine Live-Intervention, bei der Sprache, Stimme und Präsenz zu aufgeladenen Materialien werden. Zwischen Intimität und Abstraktion oszillierend, öffnet ihre Arbeit eine weitere Ebene von Lynchs Universum: den Raum, in dem Klang, Erinnerung und das Unterbewusste ineinander zu flackern beginnen. Weitere Acts werden in Kürze bekanntgegeben.

Sainkho Namtchylak erweitert das Programm um eine vokale Dimension und macht die Stimme als körperlich unmittelbar erfahrbares Instrument erlebbar. Bekannt für ihre virtuose Beherrschung des tuwinischen Kehlkopfgesangs sowie für erweiterte Gesangstechniken und Improvisation, erkundet sie die körperlichen Qualitäten von Klang und öffnet einen Raum zwischen Stimme, Körper und Elektrizität. So entsteht ein lebendiger, unvorhersehbarer Kontrapunkt zu Lynchs filmischen Traumwelten.

E-WERK Luckenwalde Turbine Hall, 2019. Photo: E-WERK Luckenwalde and Ben Westoby.

A Battery is an Artificial Fish
Elektrizitäts-Symposium
27. April 2027


Das Programm gipfelt am 24. April 2027 in einem Abschlusssymposium mit Beiträgen von Abbas Zahedi, Claudia Rankine, Hans Ulrich Obrist, Raven Chacon und Simon Schaffer, unter anderem. Weitere Programmdetails werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Pablo Wendel leading a tour, 2022. Image courtesy of Stefan Korte and E-WERK Luckenwalde

Fabriksrundgänge
Oktober 2026, Februar 2027, März 2027

Im Oktober, Februar und März können sich Besucher*innen für Führungen durch das Zentrum für zeitgenössische Kunst und das Kunststrom Kraftwerk anmelden. Jede Tour wird gemeinsam von einer lokalen Bewohner*in mit fundiertem Wissen zur regionalen Elektrizitätsgeschichte geleitet – Olaf Wendel (Elektriker und Bürgermeisterkandidat), Bernd Schmiedl (Zeitzeuge und ehemaliger Produktionsleiter) und Katja Müller (Professorin für Technologie, Ethik und Gesellschaft an der Hochschule Merseburg) – sowie von den Kurator*innen Helen Turner, Asad Raza und Florine Lindner. Diese Touren sind ein Testfeld für neue, generationenübergreifende Strategien der Vermittlung, um ländliche und städtische Perspektiven zu verbinden.

 

BESUCHER*INNENINFORMATION

Tickets
Electricity kann ausschließlich im Rahmen einer geführten Besichtigung besucht werden. Die Führungen finden zu festen Uhrzeiten statt und werden von einem Conductor auf Deutsch (13:15 & 15:15) und Englisch (14:15 & 16:15) geleitet.

Da jede Führung eine sehr begrenzte Platzzahl hat, empfehlen wir dringend, im Voraus zu buchen. Eine kleine Anzahl an Tickets kann am Tag des Besuchs vor Ort erworben werden. Sobald eine Führung jedoch ausgebucht ist, kann der Einlass nicht garantiert werden.

Vor Ort werden Bar- und Kartenzahlung akzeptiert.

Private Führungen
Private Führungen können je nach Verfügbarkeit auch an anderen Terminen und zu anderen Uhrzeiten stattfinden. Private Führungen müssen mindestens zwei Wochen im Voraus angefragt werden und kosten 300 Euro (Ermäßigung auf Anfrage). Um eine private Führung anzufragen, schreiben Sie bitte eine E-Mail an info@kunststrom.com.

Sicherheit
“Electricity” findet in einem ehemaligen Kraftwerk statt und umfasst Werke und Situationen, die verschiedene sinnliche und körperliche Bedingungen einschließen.

Je nach Werk können Besucher*innen elektrische Entladungen, starke niederfrequente Klänge und Vibrationen, Subwoofer, Dunkelheit, bewegliche Elemente, unebene Flächen und andere intensive Sinneseindrücke erleben.

Bitte befolgen Sie stets die Anweisungen der Conductors und des E-WERK-Teams. Einzelne Werke sind möglicherweise nicht geeignet für Besucher*innen, die besonders empfindlich auf lauten Klang, Vibrationen, Dunkelheit oder elektrische Phänomene reagieren.

Weitere Sicherheitsinformationen werden vor und während der Führung vor Ort bereitgestellt.

 

PRAKTISCHE INFORMATIONEN

E-WERK Luckenwalde
Rudolf-Breitscheid-Straße 73
14943 Luckenwalde, Deutschland

Ausstellung:
12. September 2026 – 25. April 2027

Öffnungstage und -zeiten:
Samstag und Sonntag, 13:00 – 18:00 Uhr

Zugang:
Nur im Rahmen einer geführten Besichtigung mit festen Zeitfenstern und begrenzter Platzzahl.

Sprachen:
Deutsch (13:15 & 15:15) und Englisch (14:15 & 16:15)

Tickets:
Vorabbuchung wird dringend empfohlen.

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COLOFON

Electricity wird von der Künstlerischen Leiterin des E-WERK, Helen Turner, der Produzentin Florine Lindner und dem Programmkoordinator Domenico Ermanno Roberti in enger Zusammenarbeit mit Asad Raza kuratiert.

Wissenschaftliche Beratung: Alice Moray, Simon Schaffer, Wolfgang Schiller, Pablo Wendel
Ausstellungsdesign: Celeste Burlina, mit Farid Taher
Dramaturgie: Descha Daemgen
Conductor:innen: André Mulzer, Carlos Kong, Dorothee Telson, Julia Cardoso Espindola, Sofiya Kurutan
Sounddesign: Rafay Rashid
Grafikdesign: Lorenz Klingebiel und Profi Aesthetics
Produktion: Laila Kaletta
Praktikant:innen: Catarina Neves, Zoë Elizabeth Rehnborg, Mia Thomas
Technischer Service: Amplified Events
Ausstellungsbau: Alice Moray, Anton Schmutzler, Felix Fogelstaller, Frédéric Ehlers, Jann Peterson, Lucy Mattern, Martina Wegener, Maxim Scheer, Mila Panic, Zu Kalinowska
Kommunikation: Alexander Klaubert, Carolin Kralapp, Nicola Jeffs
Web: Niels Boogers
Fotografie: Constanze Flamme, Laila Kaletta
Videografie: Poppy Illsley, Sophie Lee

Besonderer Dank an: Antje Ehmann bei Harun Farocki GbR, Artists Rights Society (ARS), New York, Audrey Bùi und Breanne Bradley bei Commonwealth and Council, Los Angeles, Brian Doyle und 303 Gallery, New York, Cecilia Bengolea, Christian Schulze beim Stadttheater Luckenwalde, Doug Aitken, Galerie Eva Presenhuber, Zürich, Genevieve Devitt Day bei Pace Gallery, Gladstone Gallery, New York, Brüssel und Seoul, Catherine Belloy und Junette Teng und Viva Ruggi bei Marian Goodman Gallery, Manuel Miseur bei Esther Schipper, Berlin, Martin D. Fowler und Raven Chacon bei The Studio of Raven Chacon, Núria Marquès, Olga Hohmann und Yannick Wittmann, Olivia Kate Fairweather bei Asad Raza Studio, Pablo Wendel bei Performance Electrics gGmbH, Pilar Corrias Gallery, London, Rafay Rashid, Rachel Rose und Lucie Elwes bei Rachel Rose Studio, Regen Projects, Los Angeles, Riley Lynch, Sabrina Sutherland, Saodat Ismailova, Silvio Saraceno und Sung Tieu bei Studio Sung Tieu, Tati au Miel, Nachlass von Ana Mendieta Collection, LLC, Tino Sehgal, Tracy und P. Staff bei P. Staff Studio, Victoria Miro, London.

“Electricity” wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie mit zusätzlicher Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK), den Landkreis Teltow-Fläming und das BJKS Teltow-Fläming der Mittelbrandenburgischen Sparkasse unterstützt. Ein Teil des öffentlichen Programms wird gefördert von Initiative Musik mit Projektmitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weitere Unterstützung erfolgt durch die Stadt Luckenwalde und das Stadttheater Luckenwalde.

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